Im Gegensatz zur "großen Geschichtswissenschaft" ist Heimatgeschichte immer noch Universalgeschichte, die nicht in Einzelbereiche auseinander fällt, sondern die verschiedensten Bereiche der Landeskunde als große Einheit zusammenführt. Sie berührt die Vor- und Frühgeschichte, die Siedlungsgeschichte, die politische Geschichte, die Rechtsgeschichte, die Wirtschafts-, Sozial- und Bevölkerungsgeschichte, die Kunst-, Kirchen- und Bildungsgeschichte, die Alltags- und Zeitgeschichte.
Die Heimatgeschichte bietet den großen Vorteil, dass durch die Erforschung kleinerer, vertrauter und eng begrenzter Räume Geschichte nicht nur überschaubar bleibt, sondern vor Ort nachvollzogen und überprüft werden kann.
Damit werden die Bedingungen und Entwicklungslinien der allgemeinen Geschichte einsichtig. Am Beispiel der eigenen Heimat kann Geschichte besonders gut als individueller und gemeinsamer Entscheidungs- und Leidensprozess erfahren werden, dass Geschichte zu allen Zeiten von Menschen gemacht und gestaltet, aber auch erduldet und erlitten wird.
Die Kontaktstelle Heimatforschung ist keine wissenschaftliche Kommission und kein Forschungsinstitut, keine zentrale Einrichtung und keine fest gefügte Vereinigung. Sie ist ein lebendiges Forum für die Heimatforschung, das an der Praxis ausgerichtet ist und Forscherinnen und Forschern aller Gebiete und Richtungen offen steht: Sie will handwerkliches Rüstzeug vermitteln, Kontakte herstellen, Ziele, Wege und Ergebnisse der Heimatforschung vorstellen.
Dr. Wolfgang Pledl
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