Geschichte des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege

"Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege besteht bereits seit über einem Jahrhundert.
Wer hat ihn gegründet? Es waren Architekten und Künstler, die zu ihrer Zeit führend waren; es waren hohe Verwaltungsbeamte und Richter, die intensiv am Kulturleben Anteil nahmen; es waren renommierte Wissenschaftler.
Welche Idee hat sie geleitet? Sie arbeiteten auf einen umfassenden Schutz und eine sinnvolle Weiterentwicklung des kulturellen Erbes unseres Landes hin." - Johann Böhm, Vorsitzender und Landtagspräsident a.D.

1902

Gründung des "Vereins für Volkskunst und Volkskunde"
Wahl Prof. August Thierschs, Architekt, zum ersten Vorsitzenden (bis 1905)

1903

Gründung der Zeitschrift "Volkskunst und Volkskunde", später unter dem Titel "Bayerischer Heimatschutz", seit 1937 unter dem Titel "Schönere Heimat. Erbe und Gegenwart", seit 1982 "Schönere Heimat. Erbe und Auftrag"

1912

Umbenennung der Zeitschrift "Volkskunst und Volkskunde" in "Bayerischer Heimatschutz"

1913

Bezug des sogenannten "Riederer-Hauses", eines 1823 errichteten spätklassizistischen Wohnhauses an der ehemaligen Schwabinger Landstraße, heute Ludwigstraße 23 (Rückgebäude)

1916

Umbenennung in "Bayerischer Landesverein für Heimatschutz - Verein für Volkskunst und Volkskunde"

1926

Wahl Prof. Dr. Philipp Maria Halms, Geheimer Regierungsrat und Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums, zum ersten Vorsitzenden (bis 1933)

1930

Gründung der Zeitschrift "Der Bauberater. Werkblatt des Bayerischen Vereins für Heimatschutz",
heute unter dem Titel "Der Bauberater. Werkblatt des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege"

1938

Errichtung der Bayerischen Landesstelle für Volkskunde unter dem Dach des Landesvereins für Heimatschutz (seit 1. Januar 1962 bei der Kommission für Bayerische Landesgeschichte an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt)

1945

Umbenennung in "Bayerischer Landesverein für Heimatpflege"

1947

Errichtung eines bayernweiten Netzes an Bezirks-, Stadt- und Kreisheimatpflegern auf Initiative und unter Federführung des Landesvereins

1948

Wahl Prof. Dr. Wilhelm Diess', Generaldirektor der Bayerischen Staatstheater, zum ersten Vorsitzenden (bis 1956)

1949

Gründung der Arbeitsgemeinschaft "Der Bayerische Heimattag" in Rothenburg ob der Tauber, zusammen mit dem BUND Naturschutz in Bayern und der Verband bayerischer Geschichtsvereine.
Der Bayerische Heimattag findet bis heute alle zwei Jahre statt.

1950

Gründung der Reihe "Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde"

1956

Wahl Dr. Josef Hausners, Präsident des Bayerischen Obersten Rechnungshofes, zum ersten Vorsitzenden (bis 1968)

1968

Wahl Rudolf Hanauers, Präsident des Bayerischen Landtages, zum ersten Vorsitzenden (bis 1991)

1971

Erste Volksmusikwoche "Bayerischer Dreiklang - Lied, Musik und Tanz in Altbayern, Franken und Schwaben" in Herrsching am Ammersee nach diversen Vorläufern seit 1964

1973

Inkrafttreten des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes auf Initiative des Landesvereins

1978

Verabschiedung des Bayerischen Musikplans, der maßgeblich vom Landesverein entwickelt wurde

1977

Erstmalige Verleihung der Medaille „Für vorbildliche Heimatpflege“ für Bürgerinnen und Bürger oder Bürgervereinigungen, die beispielhafte Leistungen auf dem Gebiet der Heimatpflege erbracht haben

1981

Gründung der Reihe "Trachten in Bayern",
Einzelbände: Miesbach (1981), Unterfranken (1982), Weißenburger Land (1985), Die Volkstrachten in Oberbayern (1989), Zwischen Lech und Ammersee (1995), Unterer Lechrain (2001).

1984

Gründung der Zeitschrift "Volksmusik in Bayern. Mitteilungsblatt der Volksmusikberatungsstellen des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege"

1990

Erste Volksmusikalische Familienwoche "Lied, Musik und Tanz in Altbayern" in Pfünz nach diversen Vorläufern seit 1983

1992

Wahl Dr. h.c. Max Streibls, bayerischer Ministerpräsident, zum ersten Vorsitzenden (bis 1999)

1993

Gründung der Kontaktstelle Heimatforschung beim Landesverein
Erster Gredinger Trachtenmarkt auf Initiative und unter Federführung des Landesvereins in Kooperation mit dem Bezirk Mittelfranken und der Stadt Greding

1994

Gründung der Reihe "Bauernhäuser in Bayern. Dokumentation", in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,
Einzelbände: Mittelfranken (1994), Oberfranken (1995), Niederbayern (1995), Oberpfalz (1995), Unterfranken (1995), Oberbayern 1+2 (1998), Schwaben (1999)

1996

Gründung der Reihe "Heimatforschung. Ziele - Wege - Ergebnisse"
Erstmalige Verleihung der Auszeichnung "Musikantenfreundliches Wirtshaus" in Kooperation mit der Bayerischen Staatsregierung, den Bayerischen Bezirken sowie dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern

1998

Erstes Volksmusikspektakel "drumherum" in Regen in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung in Regen

1999

Wahl Johann Böhms, Präsident des Bayerischen Landtags, zum ersten Vorsitzenden

2005

Gründung der Schriftenreihe "Heimatpflege in Bayern" zum Thema "Historische Kulturlandschaft - Erhalt und Pflege"

2012

Errichtung des beim Landesverein angesiedelten Denkmalnetzes Bayern
Integration der Gesellschaft für bayerische Landeskunde in den Landesverein

2015

Gründung des Vereins Kulturerbe Bayern auf Initiative und unter Federführung des Landesvereins (2018: Gründung der Stiftung Kulturerbe Bayern)

Literaturhinweise

Bayerischer Landesverein für Heimatpflege (Hg.): erleben. bewahren. neu schaffen. Kultur als Erbe und Auftrag. 100 Jahre Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V. 1902 - 2002. Festschrift zum hundertjährigen Bestehen. München 2002.

Pledl, Wolfgang: 100 Jahre Freistaat Bayern – Was trug der Bayerische Landesverein für Heimatpflege dazu bei? (= Schönere Heimat 2018, 4).