Ihr Abriss des Jahres 2025

Ein Bagger bricht ein altes drestöckiges Haus aus Backstien ab.

Auch in diesem Jahr hat der Bayerische Landesverein für Heimatpflege wieder traurige Beispiele verlorener Baukultur gesammelt. Zwölf besonders markante Fälle, die stellvertretend für den Verlust historischer Bausubstanz stehen, wurden für die diesjährige Abstimmung ausgewählt. Der Wettbewerb soll Bewusstsein schaffen für die zunehmende Vernichtung denkmalgeschützter und historischer Gebäude in Bayern.

Die Abstimmung ist beendet. Der Gewinner: Das „Lechnerhaus“ in Prien. Mehr Informationen finden Sie in unsererer Pressemitteilung

Abriss 1. Bild 1 & 2: Claudia Schütz
Bild 3: Stadtarchiv Rosenheim

1. Gasthaus „Alter Wirt“ in Rosenheim-Aising

Der „Alte Wirt“ war ein traditionsreicher Gasthof mit Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert und über Generationen hinweg ein wichtiger gesellschaftlicher Treffpunkt für Vereine, Feste und das Dorfleben. Besonders in der Nachkriegszeit prägte er mit Veranstaltungen wie Bällen und den bekannten Ochsenrennen das kulturelle Leben der Region. Seit rund zehn Jahren stand das Gebäude leer, 2025 wurde es abgerissen. Viele empfinden den Verlust als schmerzlichen Einschnitt in die Ortsgeschichte und Identität von Aising.

Quelle: https://www.denkmalnetzbayern.de/

Abriss 2. Bild: Robert Giersch

2. Fachwerkhaus in Winkelhaid

Bei dem Gebäude handelte es sich um das Wohnstallhaus einer größeren Hofstelle. Die Errichtung dürfte nach heutigem Kenntnisstand in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Markgrafenkrieg, vermutlich nach 1560, erfolgt sein. Die Fachwerkwand rechts des Hauseingangs ließ sich noch in diese frühe Bauzeit datieren. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erfolgte schließlich die sogenannte Versteinerung der Stubenzone links der Haustenne.

Quelle: Kreisheimatpfleger.

Abriss 3. Bild 1: Anton Hötzelsperger
Bild 2: Herbert Münch

3. „Lechnerhaus“ in Prien

Das „Lechnerhaus“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die einflussreiche Unternehmerfamilie Lechner errichtet, die mit Sägewerk und Zellstofffabrik die örtliche Industrie prägte. Nach wechselnder Nutzung ging das Gebäude 1991 an die Gemeinde über, stand ab 2006 jedoch leer und verfiel zunehmend. Das Lechnerhaus war ein Symbol für vergangene Industriekultur in Prien.

Quelle: Presseberichte.

Abriss 4, Bild 1 & 2: Reinhard Pausch

4. Evangelisches Vereinshaus in Weiden

Das Vereinshaus wurde 1927 an der Ecke Wolframstraße / Goethestraße errichtet und war über fast ein Jahrhundert ein wichtiges kulturelles und kirchliches Zentrum der Stadt. Ab Januar 2025 begann der Abriss des fast 100-jährigen Gebäudes. Auf dem Gelände soll ein neuer Wohn- und Gewerbekomplex entstehen, der unter dem Projektnamen „Historica Living“ geplant ist.

Quelle: https://www.denkmalnetzbayern.de/

Abriss 5. Bild 1: Riccarda Gschwend
Bild 2: Viola Hildt

5. Kirche „Zu den Acht Seligkeiten“ in Füssen

Die Kirche wurde Mitte der 1960er Jahre im Zuge des Wachstums von Füssen-West errichtet und im März 1966 geweiht. Der Entwurf stammte vom Architekten Oskar Wittek. Die Kirche war ein moderner Betonbau der 1960er Jahre mit klaren Linien und einem markanten, zeltähnlichen Dach. Die Kirche bildete über Jahrzehnte einen Treffpunkt für die religiöse Gemeinschaft. Strukturveränderungen und sinkende Besucherzahlen führten letztlich zu ihrer Profanierung und zum Abriss.

Quelle: Presseberichte.

Abriss 6. Bild 1 & 2: Josef Enzinger

6. Fischerhäusl in Neumarkt-Sankt Veit

Das Fischerhäusl gehörte ursprünglich zum Kloster St. Veit. Es diente sowohl als Wohnhaus des Fischers als auch als sogenanntes Kelterhaus, in dessen Untergeschoss ein großes Wasserbecken zur Lagerung von Fischen aus den Klosterweihern untergebracht war. Das kleine Haus, auf Karten seit dem 19. Jahrhundert belegt, war über viele Jahrzehnte Teil der klösterlichen Versorgung und der lokalen Wirtschaft. Nach der Säkularisation ging das Gebäude in Privatbesitz über, verlor seine ursprüngliche Funktion und stand später lange leer.

Einzeldenkmal Nr. D-1-83-129-45: Freistehender zweigeschossiger Bau mit Pyramidendach und verschaltem Obergeschoss, wohl 19. Jahrhundert

Quelle: https://www.denkmalnetzbayern.de/

Abriss 7. Bild 1: Wikimedia Commons (Roehrensee), CC BY 4.0, Bild 2: Sven Lutz

7. Wohngebäude Albert-Preu-Straße in Bayreuth

Das Wohnhaus war ein Zeugnis der Bayreuther Gründerzeit. Errichtet im Jahr 1889, spiegelte es mit seiner massiven Ziegelbauweise, der klar gegliederten Fassade und den historischen Proportionen die Phase des raschen städtischen Wachstums wider, die Bayreuth nachhaltig prägte. Über Jahrzehnte hinweg war das Haus Teil eines gewachsenen innerstädtischen Wohnquartiers und verkörperte die bürgerliche Alltagsarchitektur seiner Zeit – eine Bauform, die das Stadtbild ebenso bestimmte wie repräsentative Einzeldenkmäler.

Quelle: Presseberichte.

Abriss 8. Bild: Alex Blümel, Initiative Augsburgs Erbe bewahren

8. Kasernengebäude auf dem Reese-Areal Augsburg

Das Reese‑Areal im Augsburger Stadtteil Kriegshaber war über fast ein Jahrhundert lang ein militärisch genutztes Gelände und ist heute eines der größten städtebaulichen Konversionsprojekte der Stadt. Ursprünglich wurde das Gebiet schon ab 1806 als Exerzierplatz genutzt und ab den 1930er‑Jahren als Kaserne ausgebaut. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen die US‑Streitkräfte die Anlagen. In den letzten Jahren wurden die alten Kasernengebäude an der Sommestraße schrittweise abgerissen, da hier ein neues Stadtquartier entstehen soll. Die letzten Gebäude wurden vor wenigen Wochen abgerissen.

Quelle: Presseberichte.

Abriss 9. Bild: Markus Müller

9. Gasthaus „Alte Post“ in Grabenstätt

Das Gasthaus war ein markantes, traditionsreiches Gebäude am Marktplatz von Grabenstätt. Es diente über viele Jahrzehnte als klassischer Dorfgasthof und prägte, nicht zuletzt durch seine auffällige Lage direkt im Ortskern, das öffentliche Leben in der Gemeinde. Der Abriss des Hauses markiert somit einen tiefgreifenden Wandel in der Ortsmitte von Grabenstätt: Ein traditionelles, lokal bekanntes Gasthaus verschwindet aus dem historischen Ortsbild. An der Stelle des ehemaligen Gasthauses soll nun ein Neubau mit ähnlicher Kubatur entstehen.

Quelle: Presseberichte.

Abriss 10. Bild: Wikimedia Commons (wuppertaler), CC BY 4.0

10. Bauernhaus in Ellingen

Das Bauernhaus stammte aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und war ein typischer giebelständiger Satteldachbau mit Fachwerkgiebel. Zum Anwesen gehörte eine zweigeschossige Scheune aus um 1800, die die typische fränkische Hofstruktur zeigt. Das Gebäude war ein wichtiges Zeugnis der ländlichen Wohn- und Wirtschaftsarchitektur in Ellingen. Aufgrund starken Verfalls wurde es 2025, trotz Denkmalstatus, abgerissen.

Einzeldenkmal Nr. D-5-77-125-76: Rosental 8, Giebelständiges, zweigeschossiges Satteldachgebäude mit fachwerksichtigem Giebel, 18. Jahrhundert; nördlich parallel anschließendes Scheunengebäude, um 1800.

Quelle: Presseberichte.

Abriss 11. Bild 1, 4 & 5: Martin Vogell,
Bild 2 & 3: TV Mainfranken

11. Wohnhaus in der Frauenlandstraße in Würzburg

Das Wohnhaus stand in einem Wohngebiet mit überwiegend älteren Häusern und Mietwohnungsbauten. Das Gebäude gehörte einer Wohnungsgenossenschaft. Ursprünglich war eine Sanierung des Hauses geplant, doch aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich schließlich für einen Abriss. Mieterinnen und Mieter sowie Teile der Nachbarschaft kritisierten die Entscheidung. Mit jedem Abriss geht auch ein Stück gewachsener Nachbarschaftsstrukturen verloren.

Quelle: Presseberichte.

Abriss 12. Bilder 1 & 2: PEP Fotografie

12. Gasthof „Zum Ochsen“ in Augsburg-Göggingen

Der Gasthof war über rund 150 Jahre eines der prägenden Wirtshäuser des Ortes und ein zentraler Treffpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Seit dem 19. Jahrhundert diente er Generationen von Göggingern als Ort für Feste, Stammtische, Vereins- und Familienfeiern. Damit war der „Ochse“ nicht nur ein Gastronomiebetrieb, sondern ein wichtiger sozialer und kultureller Anker des Stadtteils.

Quelle: Presseberichte.

Ihr Abriss des jahres 2025

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