Pressemitteilung: Reinhold Albert erhält den Landeskundepreis 2025 für sein Lebenswerk

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Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hat dem unterfränkischen Kreisarchiv- und Kreisheimatpfleger Reinhold Albert feierlich den Landeskundepreis verliehen.

Sein Lebenswerk umfasst die historische und landeskundliche Erforschung seiner Heimat: die Lederhecke, das fränkische und thüringische Grabfeld, das Rhönvorland und die Rhön selbst. Bis dato hat er mehr als 700 Publikationen verfasst.

1953 in Sternberg am Rande des Grabfeldes geboren, arbeitete er bis 1990 als Polizist an der innerdeutschen Grenze und war bis 2014 als Hauptkommissar in Ebern tätig. Das von der Grenze geteilte Grabfeld prägte sein Schaffen wesentlich. Seine Kinder- und Jugendzeit in den 1950er bis 1970ern dokumentierte er in zahlreichen Fotografien.

Vor allem die Jahre 1989/1990 wurden für ihn, wie für die gesamte Grabfeldregion, zum Wendepunkt. Von nun an beschäftigte sich Albert in seinen Publikationen zunehmend mit den nahen thüringischen Gemeinden und stellte damit die Verbindung zu den Nachbardörfern wieder her.

In den zwei Büchern „Grenzerfahrungen“ (1999 und 2002) behandelte er unter anderem das brutale Grenzregime der DDR und Spionageaktionen der Stasi. Zuvor hatte er sich der Geschichte der Juden im Grabfeld gewidmet. Ausgelöst durch Berichte eines Nachbarn, einem ehemaligen Wärter des KZs Dachau, porträtierte er in seinem ersten Buch die abgründige Seite seiner Heimat.

Es folgten Ortschroniken und Bücher zu den Kirchen, Schlössern und Seen im Landkreis. Sein Herzensprojekt war „Silberstrauß und Ringlein, silbern ist das Mägdelein“ (2018) – ein Werk über die Bräuche der Region. Bücher über den Weinbau, Grenzsteine und Tuchmacher kamen hinzu, sowie die Aufbereitung einer historischen Flurnamensammlung für den Altlandkreis Königshofen. Seit 20 Jahren ist der Heimatpfleger außerdem Schriftleiter des Heimatjahrbuchs des Landkreises Rhön-Grabfeld und der Zeitschrift des Vereins für Heimatgeschichte „Das Grabfeld“.

In seiner Laudatio lobte Herr Prof. Dr. Gunzelmann, Vorsitzender des beim Landesverein angesiedelten Arbeitskreises „Landeskunde und Kulturlandschaft“, die weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten des Preisträgers als Kreisarchivpfleger. Er hob auch das große Engagement für die Allgemeinheit in der Kommunalpolitik auf Gemeinde- und Kreisebene hervor. Alberts Lebenswerk zeichne sich durch seine große Hilfsbereitschaft, seinen Erfahrungsschatz, seine Bescheidenheit und sein hartnäckiges Engagement für die Denkmäler seiner Heimat aus.

Es ist nicht die erste öffentliche Ehrung, die dem pensionierten Polizeibeamten und Kreisarchiv- und Kreisheimatpfleger zuteilwird. Unter anderem erhielt er für seine ehrenamtliche Tätigkeit bereits das Bundesverdienstkreuz.

Der Landeskundepreis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Ehrung im Landhotel Rügheim fand im Rahmen der Tagung „Zukunft Landschaft“ statt, die der Landesverein gemeinsam mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege ausrichtet. „Kultur trifft Natur“ – ein Motto ganz im Sinne des Preisträgers.

 

Ansprechpartner im Landesverein:

Dr. Daniela Sandner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
und
Dr. Thomas Büttner
Kulturlandschaft

Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e. V.
Ludwigstraße 23, Rgb.
80539 München
Tel. 089 286629-24 (Sandner) und -22 (Büttner)
info@heimat-bayern.de

 

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