Pressemitteilung: Landesverein für Heimatpflege kritisiert geplante Zerstörung des Gasthauses „Löwen“ in Lauben

Gasthaus Zum Löwen in Lauben.

Ein Dorf verliert sein Gesicht

Der Landesverein für Heimatpflege bedauert das Vorgehen der Gemeinde Lauben beim geplanten Abriss des ortsbildprägenden ehemaligen Wirtshauses zum Löwen.

„Gemeinsam mit Architekten und Partnern aus der Staatsregierung hätten wir dem Bürgermeister, dem Gemeinderat und den Menschen in Lauben gern Wege aufgezeigt, wie dieses für das Erscheinungsbild dieses Dorfes höchst bedeutende Gebäude sinnvoll und bezahlbar zu erhalten wäre“, sagt Dr. Rudolf Neumaier, der Geschäftsführer des Landesvereins.

Er besuchte am Wochenende Lauben, um sich erneut ein Bild zu machen von der Situation. Dabei fand der Heimatpfleger neben dem historischen Gebäude kurz zuvor aufgestellte Halteverbotsschilder vor, mit denen die Gemeinde sicherstellen will, dass die Abrissmaschinen vom Dienstag der Osterwoche an ungehindert anrollen können. Einen Gesprächstermin noch im April mit Bürgern, die sich für den Erhalt des Gebäudes einsetzen und den Bürgermeister für einen Austausch mit Neumaier gewinnen wollten, sagte der Bürgermeister am Donnerstag wenige Minuten vor Schließung der Amtsstube ab und verwies darauf, dass ihre Mails nicht im Rathaus angekommen seien.

„Schade“, sagt Neumaier, „dieses Gebäude gleich neben der Kirche stiftet Identität. Es wäre ein Leichtes, den Laubenern durch viele gute Beispiele aus ganz Bayern zu zeigen, dass sich ortsbildprägende Gebäude wie dieses erhalten und weiterentwickeln lassen.“

Für verstörend und absurd hält der Heimatpfleger die Hast, mit der die Gemeinde die Vernichtung des Gasthauses zum Löwen vorantreibt, vor allem vor dem Hintergrund, dass derzeit keinerlei Nachfolgenutzung für das Gelände geplant ist und die Gemeinde, der dieses Haus gehört, für den Abriss und die Entsorgung des Abbruchmaterials einen sehr hohen fünfstelligen Geldbetrag berappen muss. „Dieses Geld wäre sinnvoller in die Arbeit von Architekturbüros investiert, die erwiesenermaßen Expertise haben für das Entwickeln von Gebäudebestand und für die beim Bauen und Umbauen die Ökologie im Vordergrund steht.

Das Anwesen des Gasthauses zum Löwen wurde urkundlich erstmals Ende des 14. Jahrhunderts erwähnt. Das heutige Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. Um den Löwen und die Kirche herum entwickelte sich die Siedlung Lauben.

Bildautor: Dr. Rudolf Neumaier, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege.

 

Ansprechpersonen im Landesverein:

Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer und
Dr. Daniela Sandner, wissenschaftliche Mitarbeiterin

Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e. V.

Ludwigstraße 23, Rgb.

80539 München

Tel. 089 286629-24 (Sandner) und -13 (Neumaier)

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