Zisterzienserlandschaftsprojekt CISTERSCAPES ist der deutsche Kandidat für das Europäische Kulturerbe-Siegel

Rednerbühne mit zwei Rednern auf der Kulturministerkonferenz in Berlin

Am 5. Oktober 2022 entschied die Kulturministerkonferenz in Berlin, dass die, vom Landkreis Bamberg koordinierte, bisher größte transnationale Bewerbung durch 17 Klosterlandschaften aus fünf europäischen Ländern, Cisterscapes – Cistercian landscapes connecting Europe, die deutsche Einreichung zum Europäischen Kulturerbe-Siegel wird.

Mit dem Kulturerbe-Siegel zeichnet die Europäische Union seit 2011 Kulturdenkmale, kulturelle Stätten, Gedenkstätten und Kulturlandschaften aus, die für die Europäische Integration besondere Bedeutung haben. Für diese Auszeichnung hat sich das Cisterscapes-Projekt nun qualifiziert. „Unsere zisterziensischen Klosterlandschaften stehen symbolisch und beispielhaft für die europäische Vernetzung und verkörpern die Ideale der Europäischen Union. Ich freue mich deshalb sehr über die Unterstützung der Kulturministerkonferenz und den nun beginnenden europäischen Teil des Verfahrens. Ich danke allen unseren Projektpartnern, der wissenschaftlichen AG und den Fördergebern, die diesen Erfolg erst möglich gemacht haben,“ betonte Landrat Johann Kalb nach der Bekanntgabe des Votums.

Die Siegelvergabe erfolgt alle zwei Jahre. Jeder Nationalstaat kann dabei bis zu zwei Kandidaten nominieren, von denen die EU-Kommission dann maximal eine Stätte auszeichnet. Ziel und Voraussetzung des Siegels ist es, die historische Rolle ins Heute und vor allem in die Beteiligung zu bringen. Die Siegelvergabe in der aktuellen Runde findet im Frühjahr 2024 statt.

Seit 2019 bereits setzen Cisterscapes zahlreiche länderübergreifende Kooperationsprojekte um, die die ehemaligen Zisterzienserlandschaften mit ihren einzigartigen Natur- und Kulturschätzen als europäisches Phänomen erfahrbar machen sollen. So entsteht gerade mit dem Zisterzienserweg auf fast 5.000 km Gesamtstrecke ein neuer europäischer Fernwanderweg, der alle Einzelstätten des Projektes miteinander verbindet und dann in Richtung Burgund, zur Wiege des Ordens, weiterführt. Ein Film setzt die typischen Elemente der Zisterzienserlandschaften in Szene und fokussiert zentral auch die Menschen, die heute in diesen Landschaften leben und arbeiten. Eine mehrsprachige, von Landschaftsmodellen begleitete App porträtiert unter Einsatz von AR-Modellen und modernster Denkmaltechnologie fast 600 Landschaftselemente der 17 Partnerstätten. Ein kulinarisches Forschungs- und Genussprojekt ist in Vorbereitung.

Das Projekt „Cisterscapes – Cistercian landscapes connecting Europe“ wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), durch die Stiftung der Sparkasse Bamberg zur Förderung von Kunst, Kultur und Denkmalpflege, die Oberfrankenstiftung sowie das Erzbistum Bamberg, das Bistum Würzburg und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Kooperationsmittel kommen auch aus den Partner-Landkreisen Haßberge, Kitzingen, Lichtenfels, Neustadt/Aisch, Schweinfurt und Tirschenreuth sowie aus den Städten Lichtenfels und Waldsassen. Informationen zum Projekt unter www.cisterscapes.eu

Dr. Thomas Büttner, Koordinator unseres Projekts „Kulturlandschaftsforum Bayern“, wohnt dem wissenschaftlichen Beirat des Projekts bei.

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