Pressemitteilung: Kulturlandschaft erfassen, Heimat entdecken!

v.l.n.r. Finanz- und Heimatminister Albert Füracker, Dr. Rudolf Neumaier, Dr. Thomas Büttner und Dr. Thomas Gunzelmann (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege) freuen sich über den Erhalt des Förderbescheids

Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V. erhält Förderbescheid von Finanz- und Heimatminister Albert Füracker

Für den Ausbau und Weiterbetrieb der Online-Plattform „Kulturlandschaftsforum Bayern“ erhält der Landesverein eine Projektförderung in Höhe von 300.000 Euro. Der Bescheid wurde heute in Nürnberg überreicht.

„Wir sind froh und stolz, heute als einer von vier Pionieren digitaler Heimatprojekte einen Förderbescheid zu erhalten. Wir werden den reichen Schatz bayerischer Kulturlandschaften – seien es alte Hohlwege und Kellergassen, Weinberge und Streuobstwiesen, historische Ortsränder und Flurformen oder Feldkreuze – weiterhin  mit der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlicher erfassen. Interessierte können sich jederzeit anhand unserer digitalen Datenbank informieren“, bekräftigt der Geschäftsführer des Landesvereins, Dr. Rudolf Neumaier.

Ein LEADER-Kooperationsprojekt zur „Erfassung (historischer) Kulturlandschaft“ wurde bereits 2017 ins Leben gerufen. Nun übernimmt der Landesverein in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege die Verantwortung für die im Zuge des Projekts entwickelte Datenbank, die nun ausgebaut und schrittweise bayernweit geöffnet wird – dank der finanziellen Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat im Rahmen der Heimat-Digital-Regional-Förderrichtlinie.

„Bayerns Heimat wird vor allem durch das Engagement der Menschen mit Leben gefüllt. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e. V. ist mit seinem breiten Tätigkeitsfeld ein wichtiger Partner des Heimatministeriums. Mit der Projektförderung von 300.000 Euro für den Aufbau der Online-Plattform ‚Kulturlandschaftsforum Bayern‘ verknüpft der Verein Tradition und Moderne. Die neue Plattform vernetzt und unterstützt nicht nur ehrenamtliche Heimatforscher, sondern stellt das gesammelte Wissen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung“, freut sich Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.

Dem stimmt auch Dr. Olaf Heinrich, der Vorstandsvorsitzende des Landesvereins, zu:

„Eine historisch gewachsene Kulturlandschaft trägt entscheidend dazu bei, dass sich eine regionale Identität entwickelt. Daher ist es eine Investition in die Zukunft, Kulturlandschaftselemente zu dokumentieren und vielen Menschen zugänglich zu machen. Ich freue mich sehr, dass Staatsminister Füracker dieses Vorhaben großzügig fördert und damit erneut ein klares Zeichen für die Heimatpflege setzt.“

Die Datenbank ist unter erfassung.historische-kulturlandschaft.net abrufbar. Darin finden sich mittlerweile über 1400 Einträge, viele weitere sind in Bearbeitung. Interessierte können sich jederzeit melden bei dem Projektverantwortlichen, Dr. Thomas Büttner, unter:

erfassung@historische-kulturlandschaft.net

„Wir setzen uns auch deshalb für eine landesweite Erfassung der historischen Landschaftselemente ein, um ihrem schleichenden Verlust wirksam zu begegnen. Mit ihren vielen baulichen Elementen und Bodendenkmälern sind die historischen Landschaften Bayerns bedeutende Geschichtszeugnisse. Tragen wir also Sorge dafür, dass die historischen Strukturen und das damit verbundene Wissen auch für nachfolgende Generationen bewahrt werden“, erklärt Ursula Eberhard, Referentin für Kulturlandschaft beim Landesverein.

Die Einträge in der Datenbank stammen durchweg von Ehrenamtlichen und werden vor der Freigabe im Web formal und inhaltlich geprüft. Auch die fachliche Begleitung der Erfasser wird der Landesverein fortführen können. Geplant ist weiterhin, wieder Seminare zur Ausbildung von Kulturlandschaftsbeauftragten anzubieten.

 

Hintergrund

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. kümmert sich seit seiner Gründung im Jahr 1902 um Heimat-, Denkmal- und Baupflege, Volksmusik, Bräuche, Trachten und Mundart in Bayern. Das Leitbild des Landesvereins, die Heimat zu schützen, bedeutet nicht nur, sie zu bewahren und zu pflegen, sondern sie auch verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

Im Landesverein steht unter anderem der angemessene und in die Zukunft gerichtete Umgang mit der Landschaft im Fokus. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehört nicht nur die landesweite Erfassung der historischen Kulturlandschaftselemente, sondern auch das Engagement für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs in Bayern.

Kontakt

Dr. Daniela Sandner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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