Pressemitteilung: Landesverein für Heimatpflege kritisiert Hörfunk-Pläne des Bayerischen Rundfunks

Kultur braucht ihre Sendungen

 

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege bangt um die Kultur im Rundfunk. „Der Bayerische Rundfunk plant einen Umbau seiner Kulturberichterstattung und eine Streichung von Sendungen. Das sehen wir mit größter Skepsis“, sagt Dr. Olaf Heinrich, der Vorsitzende des Vereins. Wenn vor dem Hintergrund von Sparzwang Kultur-Sendungen gestrichen werden, laufe dieser Kultursender Gefahr, ein beliebiges Allerweltsprogramm zu produzieren und seine außergewöhnliche Qualität einzubüßen. „Die Kulturberichterstattung muss in vollem Umfang und auch mit ihren eigenen Sendungen erhalten bleiben“, sagt Heinrich über die Pläne, Kultursendungen wie die „Kulturwelt“ am Vormittag und die samstägliche Büchersendung „Diwan“ zu beenden und ihre Inhalte in anderen Formaten aufgehen zu lassen. Bei einer solchen Reform stelle sich letztlich die Niveaufrage: „Das Niveau darf bei einem Kultursender niemals abgebaut werden“, fordert Heinrich.

Kultur passt nicht in Vermischtes“, sagt Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege. Ihm bereitet Sorge, dass der Sender Bayern 2 „seine geistige Tiefe verliert, die hier durch ausgezeichnete Kulturjournalistinnen und Kulturjournalisten verkörpert wird. Diese Radiomenschen können Hörerinnen und Hörer für Geist begeistern. Sie brauchen nicht weniger eigene Sendeplätze, sondern eher mehr!“ Schon die Tatsache, dass solche Reform-Überlegungen überhaupt angestellt und öffentlich werden, breche einem das Herz. „Allenthalben wird ein Verlust an Bildung bitterlich beklagt. Da wäre es fatal, wenn ausgerechnet von einem öffentlich-rechtlichen Sender mit Bildungsauftrag das Signal ausgeht, dass man sich Intellektualität sparen kann, weil sich mit seichten oder populäreren Inhalten mehr Clicks generieren lassen. Wenigstens Bayern 2 muss mainstreamfrei bleiben.“

In Artikel 2 des Bayerischen Rundfunkgesetzes ist „Kultur“ als Programm-Schwerpunkt im Hörfunk verankert. In Artikel 4 wird festgelegt, dass die Sendungen unter anderem von kulturellem Verantwortungsbewusstsein getragen sein sollen. Aus Sicht des Landesvereins für Heimatpflege würde der Bayerische Rundfunk seinen gesetzlich verankerten öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag missachten, wenn er Sendungen absetzt, die aus guten rechtlichen Gründen eigens für die Kulturberichterstattung geschaffen wurden.

Der Landesverein für Heimatpflege wird am kommenden Montag an einer „Störsender-Demo“ von bayerischen Kulturschaffenden in München teilnehmen.

Ihr Ansprechpartner im Landesverein:
Dr. Rudolf Neumaier
Geschäftsführer
Tel.: 089 286629-0
E-Mail: info@heimat-bayern.de

Pressemitteilung Hörfunk-Pläne

THEMENBEREICHE
AKTUELLES

Das könnte Sie auch interessieren:

Ein Bagger bricht ein altes drestöckiges Haus aus Backstien ab.

Pressemitteilung: Landesverein stellt auch für 2025 wieder „Abriss des Jahres“ zur Wahl

Historische Gasthöfe, Wohnhäuser oder Kirchen vergangener Jahrzehnte: Auch im Jahr 2025 macht der Bayerische Landesverein für Heimatpflege mit seiner Aktion „Abriss des Jahres“ auf den fortschreitenden Verlust von Baukultur in Bayern aufmerksam. Zwölf besonders bedauerliche Abrissfälle, die stellvertretend für diese Entwicklung stehen, wurden ausgewählt und stehen wieder zur öffentlichen Abstimmung.

weiterlesen »

Stellenausschreibung: (Digitale) Öffentlichkeitsarbeit: Denkmal-Vermittlung, 40%, TVöD E11 Stufe 1 (VKA)

Die ausgeschriebene Stelle verfolgt das Ziel, baukulturelles Erbe und Denkmalpflege für unterschiedliche Zielgruppen anschaulich, zugänglich und erlebbar zu machen. Dabei sollen neue digitale Vermittlungsformate und Kommunikationsstrategien entwickelt werden, um das Bewusstsein für Baukultur und Denkmalpflege zu stärken und neue Zielgruppen zu gewinnen. Bewerbungsfrist: 31.01.2026.

weiterlesen »
Dieter Klein sitzt an einem Tisch mit ausgelegten Gebäude-"Abriss"-Kalendern.

„Es ist ziemlich leicht, etwas zu verschlimmbessern“ – Gespräch mit Dr. Dieter Klein

Der Kunsthistoriker Dr. Dieter Klein dokumentiert mit seinen „Abreißkalendern“ für Wien und München seit über 40 Jahren massive Eingriffe ins Stadtbild. Auch mit Führungen und Vorträgen sensibilisiert der Jugendstil-Experte  für den Denkmalschutz. Im Januar prämiert der Bayerische Landesverein für Heimatpflege wieder den „Abriss des Jahres“ – eine Aktion, die Dieter Klein überaus wichtig findet, wie er im Gespräch mit dem Landesverein betont.

weiterlesen »
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner