O Maria, voller Gnaden

Aus: „Alltägliches Oratorium oder Abend-Gebett …“ von Johann Georg Seidenbusch. Regenspurg 1724, S. 80 ff. Johann Georg Seidenbusch (* 1641 in München; † 1729 in Aufhausen) besuchte das Jesuitengymnasium in München, studierte Theologie und empfing 1666 die Priesterweihe. 1667 berief ihn Abt Coelestin vom Regensburger Klosters St. Emmeram als Pfarrvikar nach Aufhausen bei Regensburg. Eine kleine Marienstatue, die Herzog Wilhelm V. 1580 dem Jesuitenkolleg gestiftet und die Seidenbusch zum Dank für besondere Verdienste erhalten hatte, brachte er mit nach Aufhausen. Für diese Marienstatue errichtete er eine kleine hölzerne Kapelle. Aus den einfach gestalteten Andachten, die er seit seiner Studienzeit vor seiner Marienfigur hielt, erwuchs die Wallfahrt Maria Schnee zu Aufhausen. Zusammen mit seinen Hilfspriestern gründete er 1672 ein Oratorium (Gebetsgemeinschaft) nach der Kongregation des hl. Neri, das erste in Bayern. Große Anerkennung wurde ihm als Maler und als Autor von geistlichen Liedern zuteil. So förderte das habsburgische Wiener Kaiserhaus den Druck seines ersten Büchleins mit geistlichen Gesängen. Von ihm stammt die Urform des Salve Regina-Liedes „Gegrüßet seist du Königin“. Literatur: Christine Riedl-Valder: Aufhausen, Oratorianer – Religiöse Erneuerung durch die Wallfahrt „Maria Schnee“. https://www.hdbg.eu/kloster/index.php/detail/ geschichte?id=KS0018

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