Denkmalschutzmedaille 2020 für einen „Tante Emma Laden“ in Unterfranken

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ehren mit der Denkmalschutzmedaille Personen, die sich um Denkmalschutz und Denkmalpflege verdient gemacht haben. Der Landesverein ist dabei auch vorschlagsberechtigt.

Die Denkmalschutzmedaille 2020 wurde heuer an 26 Preisträgerinnen und Preisträger verliehen. Erfreulicherweise wurde auch Frau Andrea Meub für die vorbildliche Restaurierung ihres Wohnhauses mit Kolonialwarenladen geehrt.
Der „Tante Emma Laden“ war vom Landesverein eingereicht worden.

Der Kolonialwarenladen war um 1890 eingerichtet worden. Ab 1910 wurde er als „Gemischtwarenladen Jakob Schmidt“ bis 1976 geführt. Aufgrund eines Unfalles der damals 80-jährigen Eigentümerin musste der Laden plötzlich schließen. Die auslegte Ware und das Lager waren nicht ausgeräumt worden, sondern sind in ihrer Originalität bis heute erhalten geblieben.
Im Jahre 2013 erwarb Frau Andrea Meub das Gebäude mit dem Kolonialwarenladen, welches sich nach fast 40 Jahren Leerstand in einem sehr schlechten baulichen Zustand befand. Mit unermüdlichem Einsatz und außergewöhnlich hohem Engagement sortierte und reinigte sie mit Unterstützung ihrer Eltern das vorhandene vielfältige Warensortiment und die historische Ladeneinrichtung, ehe sie die Räume im Erdgeschoß ausschließlich in Eigeninitiative restaurierte. Alle Arbeiten an der Gebäudehülle erfolgten in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege.
Der Dorfgemeinschaft Friesenhausens blieb ein wichtiges Kulturgut erhalten, welches das gesamte damalige Warenangebot zeigt und somit das damalige Konsumverhalten wiederspiegelt. Ein Gemischtwarenladen mit dieser originalen Ausstattung dürfte einzigartig sein. Es wurde nichts auf Hochglanz poliert, sondern behutsam konserviert.

Das Gebäude wird als „kleines Museum“ genutzt, wobei es alle 4-6 Wochen an den Sonntagen geöffnet ist, bzw. wenn entsprechende Anfragen vorliegen.

Untere Denkmalschutzbehörde, Landratsamt Haßberge,
Fotos: Bernhard Joos

Umfassendere Eindrücke zum Kolonialwarenladen finden Sie hier.

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