Pressemitteilung: Landesverein für Heimatpflege sorgt sich um einzigartiges Forstdenkmal „Valepp“

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege sorgt sich um das Forsthaus Valepp, eines der bedeutendsten Forstdenkmäler Bayerns. Das Anwesen in dem gleichnamigen Gebirgstal im Landkreis Miesbach gehört den bayerischen Staatsforsten, die es loswerden wollen.

„Ein solches Denkmal darf niemals an eine Privatperson überlassen werden, weder in Erbpacht, noch durch Verkauf“, sagt Rudolf Neumaier, der Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege.

Weil es über viele Jahre hinweg auf beschämende Weise vernachlässigt worden sei, befinde es sich baulich in einem desolaten Zustand. Eine Veräußerung des Gebäudes im Sinne einer Privatisierung wäre aus Sicht des Heimatpflegers indiskutabel.

„Das Denkmal muss in öffentlicher Hand und öffentlich zugänglich bleiben. Auch wenn es kein Schloss und keine Kirche ist, hat es für diese Gegend die Bedeutung wie die Wieskirche auf der Wies bei Steingaden.“

Laut Neumaier gibt es auch in der Gemeinde Schliersee, zu der das Tal gehört, eine gewisse Skepsis gegenüber den Veräußerungs- und Umbauplänen möglicher Investoren. Der Landesverein werde alle Initiativen unterstützen, die sich gegen eine Veräußerung der Valepp durch die Bayerischen Staatsforsten an Privatinvestoren wenden, und bringt den Verein und die Stiftung Kulturerbe Bayern ins Spiel.

„Das ist unser Partnerverein, der sich dem Erhalt und der Belebung historischer Bausubstanz widmet, genau dafür gegründet wurde und zweifellos in Absprache mit der Gemeinde sinnvolle Nutzungskonzepte entwickeln kann, bei denen dieser ökologisch äußerst sensible Raum ungestört bleibt.“

Das Forsthaus Valepp steht als „Flachsatteldachbau mit Blockbau-Oberstock über Kalkquader-Erdgeschoss, umlaufender Laube und teilverschalter Giebellaube“ in der Denkmalliste, ebenso sind dort seine Nebengebäude aufgeführt.

Das Exposé der Bayerischen Staatsforsten für dieses Anwesen befindet sich im Internet unter www.baysf.de/fileadmin/user_upload/201022_Expose_ehem._Forsthaus_Valepp.pdf

 

Hintergrund

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. kümmert sich seit seiner Gründung im Jahr 1902 um Landeskultur, um Heimat-, Denkmal- und Baupflege, Volksmusik, Bräuche, Trachten und Mundart in Bayern.

Der Erhalt und die Neubelebung historischer Bausubstanz stellen einen wesentlichen Beitrag innerhalb der gesamten heimatpflegerischen Arbeit dar. Das bauliche Erbe ist gebaute Erfahrung aus vergangener Zeit, die es in seinen wesentlichen Elementen weiterzugeben gilt, um damit raum- und landschaftsprägende Werte für die Zukunft weiterzuentwickeln.

 

Ansprechpartner

Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer

Dr. Daniela Sandner, wissenschaftliche Mitarbeiterin

THEMENBEREICHE
AKTUELLES

Das könnte Sie auch interessieren:

Pullach: Grundschule Musikprojekt mit Monika Drasch

Mit Jodlern durch die bayerische Verfassung

Kann man die Bayerische Verfassung jodeln? Man kann. In einem ungewöhnlichen Volksmusikprojekt bringt Monika Drasch Grundschulkinder zum Singen – und zum Nachdenken. Es geht um Grundrechte, Mitbestimmung und die Regeln unseres Zusammenlebens. Aus Paragrafen werden Töne, aus der Bayerischen Verfassung gemeinsames Musizieren. So wird Demokratiebildung hörbar – und macht sogar Spaß.

weiterlesen »
Dr. Rudolf Neumaier (v.l.), Gabi Schmidt und Dr. Olaf Heinrich haben sich darüber ausgetauscht, wie das Ehrenamt gestärkt und sichtbarer gemacht werden kann – insbesondere in der Heimatpflege.

Pressemitteilung: „Ohne Ehrenamt geht es nicht“

Ehrenamt muss sichtbarer werden – insbesondere im heimatprägenden Bereich, sind sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, die Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Gabi Schmidt und Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e. V., einig.

weiterlesen »
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner